Flo - Wie entsteht eigentlich so ein Lied?
Nun, beginnen
tut alles mit einer einfachen Idee, die in einem kreativen
Augenblick (zuweilen, wenn ich grad nicht wirklich Zeit hab) einfach da
ist. Im Nachhinein kann ich oft nicht mehr sagen, woher sie gekommen ist
oder warum mir das eingefallen ist.Diese Idee kann ein kleines Stück Melodie, ein besonderer Rhythmus, eine Textpassage oder auch alles aufeinmal sein. Im Grunde ist sie einfach ein Gefühl für das Lied. Deshalb seh ich auch meist gleich in den ersten paar Minuten das ganze Lied verschwommen vor mir. Ich weiß noch nicht, wie der Refrain gehen wird, ich kenn vielleicht nur Teile der Strophe und hab keinen Text, aber ich hab dieses Gefühl, das mich weiterführt und von dem aus dann die entsprechenden Teile kommen. Jedes Lied ist ein anderes Gefühl.
Mit dem
konkreten Festlegen von Strophe, Refrain, Mittelteil usw. kann
ich mich dann herumspielen. Ich kann nämlich immer beurteilen, ob das,
was ich grad versucht hab, zu dem Ursprungsgefühl passt und so entstehen
nach und nach die einzelnen Abschnitte. Manchmal geht das innerhalb
einer Stunde, manchmal dauert es aber auch Monate bis ein Lied wirklich
fertig ist.Wenn die Melodie ungefähr mal steht, kommt der Text. Meistens entwickelt sich bei der Melodie schon eine Ahnung, worum es gehen wird. Um einen Text dann wirklich fertig zu stellen, muss ich mich aber irgendwann mal hinsetzen und nachdenken, wie ich das jetzt sagen will. Ich überlege mir dabei zunächst, wovon der Text eingentlich handeln soll und versuche dann Worte dafür zu finden.
Ich will dabei keine Botschaft rüberbringen oder vielleicht sogar jemanden belehren. Alles, was ich niederschreib, hat irgendwie mit mir zu tun. Entweder mit mir persönlich oder mit Bekannten und Freunden von mir. Es kann auch sein, dass ich etwas gelesen oder im Fernsehen verfolgt hab, was mich so sehr beschäftigt hat, dass ich es in ein Lied verarbeiten will.
Ist ein Stück komplett fertig, nehme ich bei mir zu Hause eine einfache, meist akustische Demo auf, um selbst einmal zu hören und beurteilen zu können, wie das Lied wirkt. Diese Demoversion hilft mir dann später auch, wenn ich das Lied der Band vorstelle, weil ich auch arrangementbezogen schon Vorstellungen erläutern kann. Außerdem kann ich meinen Bandkollegen das Lied schon mal vorspielen, sodass sie es auch kennenlernen können bevor wir es gemeinsam spielen.
Jedes
einzelne Lied ist für mich wie ein Kind, das ich auf die Welt
gebracht hab und deshalb fühle ich mich auch mit allen Liedern eng
verbunden. Die Angst, dass mir eines Tages nichts mehr gescheites
einfallen wird, hab ich aber nicht. Ich weiß, dass kreative Momente
immer wieder kommen und ich bin überzeugt, dass sie dann und wann auch
wieder echte Perlen hervorbringen werden. Auf letzteres freue ich mich
jedenfalls schon sehr...












