Blended History - Kapitel 14 - Philips Abschied und die Folgen

Im Frühling 2008 begann sich eine Entwicklung zuzuspitzen, die für einige von uns schon mehrere Jahre zuvor begonnen hatte. Wir machten uns zunehmend Sorgen, dass die Weiterentwicklungen, die wir als Band in den letzten fünf Jahren durchlebt hatten, von Philip nicht mitgetragen wurden. Es handelte sich dabei allerdings nicht um Äußerungen, dass er irgendwo nicht mitmachen wollte oder ähnliches, sondern um Vernachlässigungen, was die Pflege und Erweiterung seines Gitarrenspiels als auch die Bereitschaft sein musikalisches Equipment zu verbessern betraf. Obwohl wir Philip mehrmals zu vermitteln versuchten, dass er den Anschluss verlieren könnte, fanden Verbesserungen der Situation immer nur kurzfristig statt. Als Philip dann im April 2008 mehrere Proben aus für uns unverständlichen Gründen kurzfristig absagte und zu anderen unverhältnismäßig spät erschien, beschlossen wir, etwas zu unternehmen.
Wir trafen uns als Band gemeinsam und besprachen alles offen und ehrlich. Wir drückten aus, dass es in der sich darstellenden Situation für Philip sehr schwer werden würde, bei Blended weiter zu spielen und dass er sich schon sehr bemühen müsste. Am Ende dieses Abends vereinbarten wir, dass jeder von uns nochmal über alles nachdenken würde und wir zu einem späteren Zeitpunkt erneut darüber sprechen würden. Von Philip, der in den kommenden Monaten (fast) alle Kontaktierungsversuche ignorierte, hörten wir das nächste Mal im September, als er uns schriftlich seinen Ausstieg bekanntgab.
In der Zwischenzeit hatte Florian Philips Position an der Gitarre übernommen und im Juli absolvierten wir unseren ersten Auftritt zu viert, der auch der erste Auftritt außerhalb Österreichs im bayerischen Lenggries wurde. Dort hatten wir nicht nur viel Spaß, sondern schlossen auch herzliche Freundschaften mit Johann D. und den Rebellen.


Florian an der Gitarre beim Konzert in Lenggries

Die Resonanz des Publikums auf unsere Live Shows verbesserte sich in den kommenden Monaten deutlich, was zahlreiche Türen für uns öffnete, die zuvor versperrt geblieben waren. Tontechniker traten an uns heran und boten uns Aufnahmen in ihren Studios an und wir hatten sowohl 2008 als auch 2009 die Ehre, in Wiens Kultdiskothek U4 aufzutreten.
Auch bandintern gab es nun keine Spannungen mehr. Wir waren uns mehr einig als je zuvor und begannen schon bald zu überlegen, wie wir es schaffen könnten, ein noch größeres Publikum zu erreichen. Der erste Schritt war, dass wir neues Material aufnehmen mussten, welches uns besser repräsentieren würde, als das nun schon fast vier Jahre alte Album "One Way". Da das Studio von Romans Vater Günther nicht mehr zur Verfügung stand, war es gut, dass Florian seit 2007 sein Heimstudio zu einem ansehnlichen Projektstudio ausgebaut hatte, das nicht nur über professionelle technische Ausrüstung, sondern auch über geeignete Raumakustik verfügte. Wir nannten dieses Studio ab Anfang 2008 schlicht "The Blumberg".
Unseren Proberaum bauten wir nach der Auflösung der Evil Trashcan Twins, die den Raum mit uns benutzt hatten, im Frühjahr 2009 komplett um und erweiterten ihn schließlich so, dass sich auch eine Schlagzeugaufnahme in ausgezeichneter Qualität realisieren ließ. Damit waren die Voraussetzungen für die Produktion einer neuen Blended-CD in Eigenregie geschaffen.


Im umgebauten Proberaum mit unserem neuen Produzenten und Tontechniker

Im Herbst 2009 durften wir noch einen kleinen Beitrag zum Sieg eines Projekts beim Österreichischen Klimaschutzpreis leisten, indem wir unsere Musik für Videos, in denen online die Projekte präsentiert wurden, zur Verfügung stellten.
Außerdem besuchten wir unsere erste Kinopremiere. Alex Pfeiffer von der Band:Union hatte einen Film über Malta gemacht, für den Florian das Lied .Another Dawn. geschrieben hatte. Bei der Premiere im Wiener Apollo Kino staunten wir nicht schlecht, als dieses Blended Lied zu den wunderschönen Bildern von der Insel erklang.


Blended bei der ORF Klimaschutzgala

Mit diesem für uns ganz neuartigen Ereignis endete dann das Jahr 2009, das in vielerlei Hinsicht als Vorbereitung für die kommenden Projekte angesehen werden konnte.

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